Über mein neues Projekt

Hi!

In meinem letzten Blogbeitrag habe ich grob angedeutet, an einem neuen Projekt zu arbeiten. Über dieses Projekt möchte ich ein wenig schreiben, da es mitunter einen wichtigen Bezug zu den Methoden der künstlichen Intelligenz aufweist. Ja, das Thema KI lässt mich nicht los, auch wenn ich weder Informatik studiere, noch ein versierter Programmierer oder begnadeter Mathematiker bin. Mich begeistern die Potentiale lernfähiger Algorithmen. In Kombination mit immer höheren Rechenkapazitäten und der Revolution des Quanten Computings kann KI Wunder bewirken, die jenseits unserer bloßen Vorstellungskraft liegen. Was werden die großen Erfindungen des 21. Jahrhundert sein? Wie werden die wissenschaftlichen Durchbrüche aussehen? Was wird unser wirtschaftliches, politisches und gesellschaftliches Leben bestimmen? Wahrscheinlich nicht hundertprozentig, aber zumindest in immer größerem Maße Erkenntnisse und Erfindungen, die es ohne KI in absehbarer Zeit nicht gegeben hätte. Nun aber zu meinem Projekt:

Seit Anfang des Jahres befasse ich mich mit den Themen Unternehmertum und Finanzen. Seit Mitte des Jahres arbeite ich an einem mehrstufigen Investment-System: Die erste Stufe ist die einfachste, die man auch als Mainstream-Methode bezeichnen kann: Es handelt sich hierbei um das passive Investieren in bestimmte ETF. Durch intelligente Asset-Allokationen, die beispielsweise rotieren oder bestimmte Marktanomalien gezielt nutzen, kann man den Markt schlagen. Mit "Markt schlagen" ist gemeint, die durchschnittliche Rendite eines Marktes durch die eigene Strategie zu übertreffen. Das ist die erste Stufe, sie ist möglichst Marktbreit und basiert in der Umsetzung auf ETF und Fonds. Bei ETF und Fonds handelt es sich jedoch nicht um Einzelwerte, sondern um Körbe von Einzelanlagen wie verschiedenen Wertpapieren: Die resultierende Rendite von ETF und Fonds spiegelt daher die durchschnittliche Rendite des Korbes wieder. Je nach genauer Struktur und Zusammensetzung kann die Rendite zwischen verschiedenen ETF variieren.

September 2019 habe ich beschlossen, mit meinen Recherchen einen Schritt weiter zu gehen und mich fortan auf Einzelaktien zu konzentrieren. Die Analyse von Aktien ist komplexer: So gibt es neben technischen Aspekten wie Preis, Volumen, dem Chartbild, Indikatoren etc. auch eine Reihe von Fundamentaldaten, die sich aus den Bilanzen ergeben. Hinzu kommt das Verhalten von Insidern, institutionellen Anlegern und eine Reihe weiterer Aspekte, die einen bestimmten Einfluss auf Aktien haben. Wenn man mit Aktien handelt, dann erwartet man, eine positive Rendite zu erzielen. Das ist möglich, indem man Marktanomalien ausnutzt, also beispielsweise nach unterbewerteten Aktien sucht. Dieser Ansatz nennt sich Value Investing und hat manch einem ein großes Vermögen beschert. Es gibt jedoch eine Vielzahl weiterer Investmentphilosophien, die sich auf wissenschaftlich gut untersuchten und erklärten Marktanomalien stützen. Aktuell bilde ich auf Basis der Lektüre verschiedener Bücher, Trading-Accounts und wissenschaftlichen Arbeiten eine Strategie, um mit Einzelaktien den Markt zu schlagen. Hierbei handle ich im Gegensatz zum Buy-and-Hold-Prinzip: Ich kaufe Wertpapiere nicht für immer, sondern nur für bestimmte Zeiträume. Somit stellt neben der Auswahl der Aktien auch das Timing der Kauf- und Verkaufszeitpunkte eine wichtige Rolle.

Nebenher lerne ich aktuell, wie man CFDs für kurzzeitige Geschäfte nutzen kann, das ist jedoch nur eine sekundäre Idee und nicht der eigentliche Schwerpunkt meiner Arbeit.

Inspiriert von Jim Simons und seiner Investmentfirma Renaissance Technologies sowie dem Medallion Fund möchte ich meinen Fokus auf quantitatives Investieren legen. Das Problem beim Aktienhandel sind die interferierenden menschlichen Gefühle. Es gibt wirklich Unmengen regelbasierter Trading Systeme da draußen. Ein Beispiel: Einen Wert kaufen, wenn der Preis über der 200-Tages-Linie (Moving Average) liegt und verkaufen, wenn der Preis die 200-Tages-Linie nach unten hin schneidet. Sehr simple Strategie, wenn ich ein System zum Backtasting habe, würde ich gerne den langfristigen Erfolg dieser Strategie bei Indizes prüfen. Aber mir geht es primär um Einzelaktien und diese haben nunmehr wesentlich mehr eigene Datenpunkte - ergänzend zu jenen, die sich aus Branchen, vergleichbaren Aktien und breiten Märkten ergeben. Jim Simons hat es bewerkstelligt, mithilfe von intelligenten Algorithmen den Markt zu schlagen. Solche Algorithmen sind interessant. Fortsetzung folgt!

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